Ratgeber

Krallenpflege beim Hund: Wie oft, warum und wann zum Profi?

Zu lange Krallen sind nicht nur ein kosmetisches Problem: Sie können den Gang verändern, Druck auf Pfoten und Gelenke erhöhen und leichter einreißen. Mit regelmäßiger Kontrolle erkennst du frühzeitig, ob du die Krallen zuhause pflegen kannst oder besser professionelle Hilfe nutzt.

Krallenpflege beim Hund

Warum die Krallenpflege zur Gesundheitsvorsorge gehört

Die Krallen eines Hundes wachsen kontinuierlich. Wie schnell sie sich abnutzen, hängt unter anderem von Bewegung, Alter, Körpergewicht und den Untergründen ab, auf denen der Hund regelmäßig läuft. Hunde, die häufig auf Asphalt oder festen Wegen unterwegs sind, nutzen ihre Krallen meist stärker ab als Tiere, die überwiegend auf Gras, Waldboden oder Teppich laufen.

Werden die Krallen zu lang, verändert der Hund möglicherweise seine natürliche Pfotenstellung. Er kann versuchen, den unangenehmen Druck durch eine andere Haltung oder einen veränderten Gang auszugleichen. Auf Dauer können dadurch Pfoten, Muskeln und Gelenke zusätzlich belastet werden. Besonders bei älteren Hunden oder Tieren mit bereits bestehenden Bewegungsproblemen sollte die Krallenlänge deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Lange Krallen können außerdem leichter hängen bleiben, einreißen oder abbrechen. Das kann schmerzhaft sein und zu Blutungen führen. Auch die seitlich sitzenden Wolfskrallen benötigen Aufmerksamkeit, weil sie den Boden häufig nicht berühren und sich daher kaum von selbst abnutzen. Allgemeine Informationen zur vorbeugenden Tiergesundheit bietet die Bundestierärztekammer.

Woran erkennst du zu lange Krallen?

Das Klickgeräusch beim Laufen

Ein häufiges Warnzeichen ist ein deutliches Klicken auf Fliesen, Laminat oder anderen festen Böden. Nicht jedes Geräusch bedeutet automatisch, dass die Krallen sofort gekürzt werden müssen. Wenn sie jedoch bei nahezu jedem Schritt hörbar aufsetzen, solltest du sie genauer ansehen oder von einer fachkundigen Person kontrollieren lassen.

Die Pfoten im Stand betrachten

Stelle deinen Hund entspannt auf einen ebenen Untergrund und beobachte die Pfoten von der Seite. Sehr lange oder stark gebogene Krallen sind meistens gut zu erkennen. Achte außerdem darauf, ob einzelne Zehen verdreht wirken, der Hund eine Pfote entlastet oder beim Berühren empfindlich reagiert.

Kontrolliere alle Pfoten, denn die Krallen können unterschiedlich schnell wachsen. Auch innerhalb einer Pfote kann eine Kralle länger sein als die anderen. Vergiss die Wolfskrallen nicht, sofern dein Hund welche besitzt. Sie können sich einrollen und im ungünstigen Fall in Richtung Haut wachsen.

  • Die Krallen klicken regelmäßig auf hartem Boden.
  • Einzelne Krallen wirken deutlich länger oder stärker gebogen.
  • Der Hund leckt häufig an einer bestimmten Pfote.
  • Eine Kralle ist eingerissen, locker oder verfärbt.
  • Der Hund läuft vorsichtiger oder entlastet eine Pfote.

Bei Schmerzen, Schwellungen, Blutungen oder einer beschädigten Kralle solltest du nicht nur einen Pflegetermin vereinbaren, sondern bei Bedarf eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Wie oft sollten Hundekrallen kontrolliert werden?

Es gibt keinen festen Zeitplan, der für jeden Hund passt. Sinnvoll ist eine regelmäßige kurze Kontrolle, beispielsweise während des Bürstens oder nach dem Spaziergang. So erkennst du Veränderungen, bevor die Krallen sehr lang werden.

Hunde mit viel Bewegung auf festen Untergründen

Aktive Hunde, die häufig auf Asphalt, Pflaster oder festen Wegen laufen, nutzen ihre Krallen oft teilweise selbst ab. Trotzdem sollten auch bei ihnen Wolfskrallen und einzelne ungleichmäßig wachsende Krallen überprüft werden. Eine starke natürliche Abnutzung ist außerdem kein Grund, besonders lange Strecken auf hartem Boden zu erzwingen.

Hunde auf weichen Untergründen

Hunde, die überwiegend auf Wiesen, Waldboden, Sand oder weichen Innenböden laufen, benötigen häufigere Kontrollen. Der weiche Untergrund bietet weniger Abrieb. Das gilt auch für kleine Hunde, die aufgrund ihres geringeren Körpergewichts oftmals weniger Druck auf die Krallen bringen.

Welpen, Senioren und wenig aktive Hunde

Welpen sollten früh und positiv an das Berühren der Pfoten gewöhnt werden. Dabei geht es zunächst nicht darum, unbedingt zu schneiden, sondern die spätere Pflege vorzubereiten. Ältere oder bewegungseingeschränkte Hunde laufen häufig weniger und nutzen ihre Krallen entsprechend schwächer ab. Gleichzeitig können sie empfindlicher auf langes Festhalten oder ungewohnte Körperpositionen reagieren.

Hinweise zum verantwortungsvollen Umgang, zur Haltung und zu verschiedenen Hunderassen findest du auch beim VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen.

Krallen zuhause kürzen: Was ist zu beachten?

Grundsätzlich können ruhige Hunde mit hellen, gut einsehbaren Krallen häufig zuhause gepflegt werden. Voraussetzung ist, dass der Halter geeignetes Werkzeug verwendet, konzentriert arbeitet und der Hund die Pfoten freiwillig oder zumindest ohne starke Angst berühren lässt.

Im Inneren der Kralle befindet sich empfindliches, durchblutetes Gewebe, das häufig als Quick oder Krallenleben bezeichnet wird. Wird dieser Bereich verletzt, kann es bluten und für den Hund schmerzhaft sein. Bei dunklen Krallen ist die Grenze oft schwer oder gar nicht von außen zu erkennen. Deshalb solltest du niemals auf Verdacht größere Stücke entfernen.

Arbeite ruhig, ohne Zeitdruck und nur so weit, wie du dich sicher fühlst. Zappelt der Hund stark, zieht die Pfote plötzlich zurück oder zeigt deutliche Angst, solltest du die Behandlung abbrechen. Festhalten gegen erheblichen Widerstand erhöht das Verletzungsrisiko und kann zukünftige Pflegetermine erschweren.

  • Gewöhne deinen Hund zunächst in kurzen Einheiten an Pfotenberührungen.
  • Verwende ausschließlich geeignetes und gut funktionierendes Pflegewerkzeug.
  • Sorge für gute Sicht und eine ruhige Umgebung.
  • Versuche nicht, sehr lange Krallen in einer einzigen Sitzung stark zu kürzen.
  • Beende die Pflege, sobald du unsicher bist oder der Hund sich stark wehrt.

Wann ist professionelle Krallenpflege die bessere Wahl?

Ein Tierfriseur oder eine Tierarztpraxis ist die sicherere Anlaufstelle, wenn du das Krallenleben nicht erkennen kannst, dein Hund sehr nervös ist oder bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat. Das gilt auch bei stark überlangen, eingerollten, gespaltenen oder ungewöhnlich geformten Krallen.

Professionelle Hilfe ist ebenfalls sinnvoll, wenn du Angst hast, den Hund zu verletzen. Diese Unsicherheit überträgt sich häufig auf das Tier. Ein erfahrener Groomer kann die Pfote beurteilen, geeignetes Werkzeug auswählen und erklären, wie du deinen Hund zuhause auf spätere Kontrollen vorbereitest.

Über Hundesalon Gina kannst du Angebote für eine professionelle Krallenpflege beim Tierfriseur vergleichen. Ein konkreter regionaler Eintrag ist der DOGSTYLER Sindelfingen.

Regelmäßige Kontrolle verhindert größere Probleme

Krallenpflege muss weder für dich noch für deinen Hund zu einer belastenden Situation werden. Kurze, regelmäßige Kontrollen, eine positive Gewöhnung und ein realistischer Blick auf die eigenen Fähigkeiten sind wichtiger als der Versuch, alles selbst erledigen zu müssen.

Hörst du beim Laufen ein deutliches Klicken, erkennst stark gebogene Krallen oder bist du bei dunklen Krallen unsicher, lass die Pfoten fachkundig ansehen. Über die Suche von Hundesalon Gina kannst du passende Tierfriseure in deiner Stadt finden und ihre Leistungen vor der Terminvereinbarung vergleichen.

Redaktioneller Hinweis

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt weder eine individuelle Beratung durch einen Hundesalon noch eine tierärztliche Untersuchung. Leistungen, Preise und Voraussetzungen können sich ändern; kläre wichtige Details direkt mit dem Hundesalon und wende dich bei gesundheitlichen Beschwerden an eine Tierarztpraxis.